The Oak Ridge Story
Das Experiment
1965 startete ein Team von Wissenschaftlern und Ingenieuren am Oak Ridge National Laboratory in Tennessee das Molten Salt Reactor Experiment (MSRE). Es war der erste Reaktor, der erfolgreich Uran-233 als Brennstoff verwendete — das aus Thorium erbrütete spaltbare Isotop.
Der MSRE lief über 11.500 Stunden verteilt auf viereinhalb Jahre. Er bewies, dass Flüssigsalzreaktoren sicher und zuverlässig betrieben werden können.
Alvin Weinberg
Der Direktor von Oak Ridge, Alvin Weinberg, setzte sich für den Flüssigsalzansatz ein. Er war überzeugt, dass er sicherer und vielversprechender sei als die Druckwasserreaktoren (DWR), die für die Marine gebaut und dann für die zivile Stromerzeugung angepasst wurden. Er setzte seine Karriere dafür ein.
Die Politik
In den frühen 1970er Jahren entschieden die Nixon-Regierung und die Atomic Energy Commission, die Finanzierung stattdessen auf den Liquid Metal Fast Breeder Reactor (LMFBR) zu konzentrieren. Das LMFBR-Programm war am Argonne National Laboratory angesiedelt — einem politischen Rivalen von Oak Ridge.
1973 wurde Weinberg von Oak Ridge entlassen. Das Flüssigsalzprogramm wurde eingestellt. Der MSRE wurde abgeschaltet.
"Die Technologie funktionierte. Die Politik nicht."
Das Erbe
Fast 40 Jahre lang war die Flüssigsalzreaktorforschung im Westen weitgehend stillgelegt. Die Daten aus Oak Ridge lagen in Archiven. Doch der grundlegende Beweis war erbracht: Der Brennstoffkreislauf funktioniert, der Reaktor arbeitet sicher, und die Physik stimmt.
Ab den 2010er Jahren haben Ingenieure auf der ganzen Welt dort weitergemacht, wo Weinbergs Team aufgehört hatte. Über ein Dutzend Unternehmen in acht Ländern entwickeln moderne Versionen der Technologie — und mehrere streben die erste Stromerzeugung bis 2030 an.
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